Das Theater und Orchester Heidelberg feiert am Sonntag, 21. Februar 2026, um 19:30 Uhr die Premiere von »Jeder stirbt für sich allein« nach Hans Fallada. Regisseurin Natascha Kalmbach bringt den Widerstandsroman gegen den Nationalsozialismus auf die Bühne des Alten Saals.
Mit über zweihundert Postkarten, die sie in Treppen und in Hinterhöfen heimlich deponieren, rufen die Berliner Eheleute Anna und Otto Quangel zum Widerstand gegen das Hitler-Regime auf. Durch den Tod des einzigen Sohnes haben die Quangels ihren Lebenssinn verloren. Durch die heimlich ausgelegten Botschaften, die dem Regime den Krieg erklären, finden sie ihn neu.
Hans Falladas letztes Werk
Hans Falladas letzter Roman beruht auf dem realen Fall und den Gestapo-Ermittlungsakten eines 1942 durch Denunziation verhafteten und zum Tode verurteilten Ehepaares. Kurz vor seinem eigenen Tod schrieb der Schriftsteller im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen das Manuskript nieder und schuf damit ein Panorama des Lebens der kleinen Leute im Berlin der Nazizeit. Die selbstlose Liebe der Quangels besitzt utopische Sprengkraft: nuanciert, bewegend und aktuell bis heute.
Sichtbarkeit und Kontrolle
Im Bühnenbild von Annette Wolf verschwimmen die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum, die Nachbarn bleiben stets im Blick, Rückzug ist kaum möglich. Die Inszenierung macht so die permanente Bedrohung und Überwachung im Alltag der NS-Zeit räumlich erfahrbar. Auch die Kostüme stammen von Annette Wolf, fügen sich nahtlos in ihre Bildsprache und unterstreichen damit die Atmosphäre von Totalitarismus und Ohnmacht.
Neben zeitgenössischer Musik von Balthasar Wörner darf sich das Publikum auf ein großes Schauspielensemble, bestehend aus Nicole Averkamp, Marco Albrecht, Anna Schönberg, Trixi Strobel, André Kuntze, Hendrik Richter, Thorsten Hierse und Olaf Weißenberg, freuen.
Premiere / 21. Februar 2026 / 19:30 Uhr / Theater Heidelberg, Alter Saal
Weitere Termine:
Mo 23.02.2026, 19:30
Di 24.02.2026, 19:30
Mi 25.02.2026, 19:30
Do 26.02.2026, 11:00
Fr 13.03.2026, 19:30