1. Philharmonisches Konzert

Bruckner zur Spielzeiteröffnung: Zu Beginn der letzten Saison war in der Heiliggeistkirche die 7. Sinfonie zu hören, jetzt folgt die monumentale 8. Sinfonie am gleichen Ort. »Möge sie Gnade finden” – schreibt Anton Bruckner an seinen Freund, den Dirigenten Hermann Levi, und schickt ihm 1887 die fertige Partitur seiner 8. Sinfonie. Drei Jahre lang hat der Komponist daran gesessen. Die 7. Sinfonie, sein Vorgängerwerk, hat ihm den späten Durchbruch als Komponist verschafft. Hermann Levi aber sieht die 8. Sinfonie mit kritischen Augen. Der verzweifelte Komponist erstellt daraufhin eine 2. Fassung, die 1890 zur Uraufführung kommt. Hans Richter steht am Pult, die Wiener Philharmoniker spielen, und Hugo Wolf notiert in einem Brief: »Es war ein Triumph, wie ihn ein römischer Imperator nicht schöner wünschen konnte.” Ein hart erarbeiteter Erfolg, der gerade deshalb die gigantische Tonschöpfung zu Bruckners vielleicht persönlichster macht.

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 8 c-Moll WAB 108 (2. Fassung 1890)
Konzert
Heiliggeistkirche
Musikalische Leitung
Frank Beermann
Philharmonisches Orchester Heidelberg

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Die Veranstaltung ist beendet.

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Datum

11 Okt 2023
Abgelaufen!

Uhrzeit

20:00
Kategorie

Standort

Heiliggeistkirche
Heiliggeistkirche
Marktplatz, 69117 Heidelberg

Seit Jahrhunderten bestimmt der Turm der Heiliggeistkirche die Silhouette von Heidelberg. Im Herzen der Stadt, direkt am Marktplatz, erhebt sie sich als größte und bedeutendste Kirche der ehemaligen kurpfälzischen Residenzstadt. Durch die Jahrhunderte ihres Bestehens hinweg hatte vor allem die Kirchenmusik eine große Bedeutung in der Gemeinde und auch heute noch wird sie intensiv gepflegt: Chor- und Orgelkonzerte, Kantorei und Studentenkantorei füllen die langjährige Tradition immer wieder mit Leben und begeistern damit Kirchenbesucher aus aller Welt. Als Grablege für die Pfälzischen Kurfürsten wurde die Heiliggeistkirche ab 1398 errichtet und beherbergt auch heute noch die letzte Ruhestätte des Kurfürsten Ruprecht III. Direkt im Trubel des Marktplatzes gelegen muss die das Gotteshaus auch im Mittelalter schon einen imposanten Anblick geboten haben: Der monumentale Bau kommt fast ohne architektonischen Schmuck aus und zeichnet sich durch die kleinen angebauten Läden aus. Wo früher Backwaren und Blumen feilgeboten wurden, finden sich heute Andenkenläden. Der Innenraum wirkt trotz seiner relativen Schlichtheit sehr eindrucksvoll. Obwohl der Großteil der prachtvollen Einrichtung Zerstörungen zum Opfer fiel, kann man sie einstige Erhabenheit der Kirche noch immer erahnen. Vor allem der Kontrast zwischen dem hellen, lichtdurchfluteten Chor und dem dunklen, nur diffus beleuchteten Langhaus schafft einen ganz besonderen Eindruck. Eine maßgefertigte Kanzel aus dem Jahr 1731 ist das einzige, noch originär erhaltene Ausstattungsstück der Heiliggeistkirche. Auch von den einst über 50 Särgen und Grabmälern ist nur noch das Ruprechts III. erhalten. Bekannt war das Gotteshaus auch durch die Büchersammlung Ludwigs III. und die Stiftsbibliothek. Aus diesen zwei Beständen wurde letztendlich die weltberühmte Bibliotheca Palatina, von denen einige Stücke noch heute in der Universität Heidelberg zu finden sind.

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