Otto Küsel, von den Nationalsozialisten als „Berufsverbrecher“ bezeichnet, kam im Mai 1940 als Häftling Nr. 2 nach Auschwitz. Dort sollte er als Kapo andere Gefangene mit besonderer Gewalt zur Arbeit zwingen. Stattdessen aber hat er als Funktionshäftling Hunderten von polnischen Inhaftierten das Leben gerettet, indem er sie vor der ?Vernichtung durch Arbeit? bewahrte. Der Journalist Sebastian Christ erzählt in dem Buch „Otto Küsel – Auschwitz-Häftling Nr. 2“, die erschütternde wie heldenhafte Geschichte dieses Mannes. 1942 gelang Otto Küsel eine der spektakulärsten Fluchten aus Auschwitz. Neun Monate lebte er im Untergrund, wurde aber erneut verhaftet und überlebte Folter und Todesmarsch. Im ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main hat er als Zeuge ausgesagt. In Polen ist Otto Küsel ein Held, in Deutschland bis heute so gut wie unbekannt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus Heidelberg statt. Der Eintritt ist frei.



