Ein falsch programmierter Rezensionsautomat zeigt die Grenzen künstlicher Intelligenz auf, ein Schauspieler wird im Traum immer jünger, ein Diktator fürchtet seinen Doppelgänger und ein Schriftsteller lässt sich in einen Gefrierschlaf versetzen: Wer die Erzählungen von Eberhard Hilscher (1927–2005) liest, ist verblüfft angesichts ihrer Aktualität, aber auch aufgrund ihres subversiven Humors. Die zwischen 1961 und 1993 entstandenen Erzählungen finden sich unter dem vielsagenden Titel »Rendezvous der Träumer, Narren und Verliebten“ in Hilschers Nachlass-Konvolut in der Handschriften-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.
Die 15 markantesten Texte zu den Themenbereichen Traum, Phantastik und Science-Fiction werden nun erstmals in einem Band des Flur Verlags (Heidelberg) präsentiert. Sie schließen eine Lücke in Eberhard Hilschers Gesamtwerk, der zu Lebzeiten hohe Auflagen mit seinen Monografien über Thomas Mann, Arnold Zweig und Gerhart Hauptmann erzielte. Literarische Beachtung fand er mit ersten Novellen und Kurzgeschichten. Sein bekanntestes Werk ist der Roman »Die Weltzeituhr“ (1983, unzensiert 2017).
Volker Oesterreich, Kulturjournalist, Literaturwissenschaftler und seit 2001 Leiter des Feuilletons der Rhein-Neckar-Zeitung, wird im Gespräch mit der Flur-Verlegerin Alexandra Beilharz das Buch vorstellen.




